Liquiditätsmanagement: Wie früh muss der Vogel sein, um den Wurm zu fangen?

In Zeiten, in denen die Unsicherheiten zunehmen, ist ein vorausschauendes und aktives Management der Finanzmittel im Unternehmen zunehmend unumgänglich. Aufgrund der deutlich verschärften Voraussetzungen bei der kurzfristigen Finanzmittelvergabe von Kreditinstituten bietet der in der Vergangenheit häufig genutzte einfache Weg des Anrufes bei der Hausbank nun keinen hundertprozentigen Lösungsansatz mehr. Was also können Sie tun?

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In Zukunft wird eine stetige und aussagekräftige Finanzplanung notwendig sein, um frühzeitig mögliche Bedarfe zu ermitteln und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Hierzu bietet sich für KMU typischerweise eine einfache Liquiditätsplanung auf Wochenbasis mit einem Zeithorizont von 6 bis 8 Wochen auf Excel-Basis an. Neben dem Vorteil, dass hierdurch auch ein vereinfachtes Forderungsmanagement etabliert werden kann, sind fixe Auszahlungen (beispielsweise für Löhne/Gehälter, Steuern, Sozialversicherungsabgaben bzw. dem Kapitaldienst) gut vorherplanbar.

Soweit die eigenen Möglichkeiten ausgeschöpft sein sollten und der Anruf bei der Hausbank doch notwendig ist, stellt ein solcher aussagekräftiger Liquiditätsplan schon einmal eine gute Entscheidungsbasis dar. 

Grundsätzlich muss berücksichtigt werden, dass kurzfristige Mittel von Kreditinstituten meist zu einer spürbaren Verschlechterung des Bonitätsratings führen. Diese Tatsache gilt übrigens auch dann, wenn vereinbarte Linien nur kurzfristig und gering überzogen werden. 

Unser Tipp:

Eine vorausschauende temporäre Anhebung der Kontokurrentlinie ist die deutlich sinnvollere Vorgehensweise. Hierfür ist es jedoch zumeist notwendig, einen gewissen zeitlichen Vorlauf zu haben. 

Wenn das Bonitätsrating der Gesellschaft bereits gelitten hat, werden häufig zusätzliche Anforderungen für Mittel der Hausbank notwendig. Diese reichen von einer Geschäftsjahresplanung bis hin zu einem IDW S11 Gutachten in Krisensituationen.

Grundsätzlich ist für KMU jeder Branche eine aussagekräftige integrierte Geschäftsjahresplanung zur Fixierung von Budgets und Unternehmenszielen sinnvoll. In Zeiten unbeständiger Entwicklungen stellt eine Geschäftsjahresplanung zudem eine Basis zur Risikofrüherkennung sowie eine Entscheidungsgrundlage für Kreditinstitute dar.

Seit einigen Jahren greifen Kreditinstitute in einem kritischen Krisenstadium zunehmend auf das neue Instrument des IDW S11 Gutachten zu, um überhaupt eine weitere kurzfristige Liquiditätsunterstützung (Überbrückungskredit) prüfen zu können. Hierbei ist es notwendig, eine insolvenzrechtliche Analyse des Unternehmens in Bezug auf eine vorliegende Insolvenzreife vorzunehmen. Das schafft erst die Basis für weitere Finanzmaßnahmen und ist kreditrechtlich (Kreditvergabe & Haftung in der Insolvenznähe) wichtig.

Zusammenfassend ist zu erkennen, dass in Zukunft auch der Bereich des Liquiditätsmanagement für KMU den Unternehmer zunehmend vor Herausforderungen stellen wird.

Durch unsere langjährige Erfahrung im Turnaround Management unterstützen wir Sie gerne. Fragen sie uns an, wir stehen für ein unverbindliches Gespräch gerne zur Verfügung.